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Die geheime Welt von Nutella - Onviga
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Die geheime Welt von Nutella

Nutella, Haselnuss, Brotaufstrich, Frühstück

Spricht man mit den Managern des italienischen Ferrero-Konzern, so fällt die Definition von Nutella als einem süßen, streichfähigen Produkt, welches auf nationaler Ebene hinsichtlich Preises und Geschmack mit Marmelade, Honig und Erdnussbutter konkurriert, eher nüchtern aus. Diese zurückhaltende Antwort ist typisch für das Unternehmen, das rund 400.000 Tonnen Nutella jährlich produziert und alle 2,5 Sekunden ein Glas weltweit verkauft. Seit seiner Gründung im Jahr 1946 hat Nutella unaufhaltsam den Markt für Schokoladenaufstriche erobert und beherrscht heute Märkte wie Österreich, Belgien, Zypern, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Irland, Italien, Polen, Slowenien, Schweden, die Niederlande und Großbritannien mit Marktanteilen zwischen 30% und 90%. In Australien ist es seit der Einführung im Jahr 1978 der mengenmäßig drittgrößte Brotaufstrich, während Produkterweiterungen wie „Nutelleria“-Shops, Lebensmittel, Schokoriegel sowie Merchandising-Artikel wie T-Shirts in den Farben rot und schwarz, sich bestens verkaufen.

Mit der Einführung von Nutella & Go bot sich erstmals eine neue und interessante Möglichkeit, Nutella zu genießen, den guten Geschmack und Spaß für unterwegs. Fünfzig Jahre, nachdem Pietro Ferrero die letzte Supercrema für Kinder, die in sein Geschäft gekommen waren, mit einem Stück Brot belohnt hatte, erzielt Nutella hohe einstellige jährliche Wachstumsraten und gewinnt vor allem in dem hartumkämpften amerikanischen Markt ständig Anteile von Erdnussbutter & Co. Der gleiche Pietro Ferrero kreierte 1946 eine Schokolade, die billigere Haselnüsse verwendete, die um die norditalienischen Stadt Alba herum wuchsen und die in der Nachkriegszeit teuren Kakaobohnen ersetzten. Seine Pasta Gianduja entlehnte ein jahrhundertealtes piemontesisches Rezept, kostete aber nur rund ein Fünftel eines Kilos Schokolade. Die Formel ist seit langem ein Geheimtipp, aber seine Zusammensetzung hat sich nie geändert. Zucker, Palmöl, Haselnüsse, Kakao, Magermilchpulver, Sojalecithin und Vanillin werden heute weltweit zu dieser unwiderstehlichen Köstlichkeit verarbeitet, wobei das Sojalecithin bereits 1949 von Pietro hinzugefügt wurde, um Zucker, Öl, Nüsse und Kakao schön gemischt zu halten und damit sie sich nicht während der Monate in den Regalen absonderten. Vanillin ist ein günstiges synthetisches Aroma, das mit dem natürlichen Extrakt aus der Vanilleschote durchaus vergleichbar ist.  

Inzwischen ist die Haselnussqualität ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal für das Produkt und eine der wichtigsten Quellen für Kosteneinsparungen geworden, nicht nur weil Ferrero einer der weltweit größte Abnehmer von Haselnüssen ist und rund 25% des weltweiten Angebots verbraucht. Zwar behaupten Experten, dass unter allen Sorten, die auf der Welt angebaut werden, Haselnuss-Sorten aus dem Piemont wie Tonda Gentile delle Langhe, möglicherweise die wertvollsten und von höchster Qualität sind, beginnt die Verfügbarkeit ein limitierender Faktor zu sein, um die wachsende Nachfrage der Verbraucher zu befriedigen. Dies war der Startschuss für die Ferrero, Haselnüsse nicht nur auf dem Weltmarkt zu beschaffen, sondern auch selbst anzubauen. Neben der Vorfinanzierung der Lieferanten, geht der Konzern so Rechtsstreitigkeiten bezüglich der Sortenreinheit aus dem Weg und kann direkt mit den Landwirtschaftsbetrieben in Chile, Südafrika und Australien Preise verhandeln und eigene Qualitätsstandards für die Lieferung von Haselnüssen durchzusetzen. Eine Welt, die den Verbrauchern verborgen ist, aber in der Zwischenzeit zu einer der wichtigsten Verteidigungslinien zählt, um Wettbewerber wie Lindt, Mars oder Nestlé den Markteintritt zu erschweren.

Die Ferrero-Familie hatte die viertgrößte Süßwarenmarke der Welt geschaffen. Die Marke Kinder konkurriert in den weltweiten Einzelhandelsregalen und ist Sponsor im Basketball während Nutella einen Umsatz von über 2,5 Milliarden Euro erzielt, rund ein Viertel des gesamten Konzernumsatzes. Mehr als 22.000 Menschen arbeiteten für das hochprofitable Unternehmen, welches insbesondere vor dem Hintergrund einer genaueren EU-Kennzeichnungspflicht der Inhaltsstoffe, vor großen Herausforderungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Palmöl- und Kakaobeschaffung steht.

2 Kommentare

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narva1700
2019-01-24 21:06:41
Wie cool ist das denn. Bleibt trotzdem eine Kalorienbombe
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Stephansplatz
2019-02-08 17:56:16
Unglaublich, was die so machen!!